20. Die Gesundheit von Petra

Als ich Petra wiederfand, ging es ihr gesundheitlich nicht mehr so gut, wie man sich das wünschen würde.

Dazu kamen noch die seelischen Verletzungen, die lange Einsamkeit und die Enttäuschungen des Lebens.


Petra hatte aber einiges zu tun. Haus und Hof versorgen und ihre alte Mutter pflegen. Sie hatte schon ihren Vater bis zu seinem Tode gepflegt, nun pflegte sie schon ein paar Jahre ihre Mutter und hatte natürlich ihre Kinder und Enkel (außer Haus); aber ihre Sehnsucht nach Liebe war immer da. Sie wurde auch in den letzten Jahren von widerlichen Männern enttäuscht, die sie kennengelernt hatte, die aber nur ihren eigenen Vorteil suchten und sie beleidigten; auch die gern Geld abschöpfen wollten.

 

Petra hätte ich 1976 mit nichts auf der Welt dazu bringen können, Alkohol zu trinken, wenn man von ganz geringen Ausnahmen absieht (ein Glas Sekt auf der Betriebsfeier). Das hatte sich nach den Jahren etwas geändert. Dabei lassen Einsamkeit und Schmerzen öfters mal das richtige Maß außer acht.

Das ist auch verständlich; niemand richte nach dem Augenschein, heißt es schon in der Bibel.

 

Ich habe das Thema im Kapitel 7. "Berliner Bär" schon angedeutet, als ich etwas über die berühmte DDR Schlagersängerin Bärbel Wachholz geschrieben habe.

 

Es haben sich im Verlaufe der Zeit einige Anfälligkeiten entwickelt, die auch körperlich ihren Tribut forderten. Petra hat ja auch seit der Jugend Zigaretten geraucht, das merkt sich der Körper auch.

 

Gern hätte Petra dies mehr in den Griff bekommen und das weiß ich auch ganz sicher. Sie war dazu auch bereit, aber die Kraft war nicht mehr ausreichend.

 

Ich wünschte, ich hätte sie 10 Jahre früher, oder besser 20 Jahre früher wiederfinden sollen. Zu zweit ist vieles anders und Liebe ist sehr wichtig für uns Menschen.

 

Petra war in den letzten Jahren so leicht verletzlich und gleichzeitig ohne Grund so eifersüchtig. Ich hätte ihr aber trotzdem so lange ich lebe die Liebe und Treue gehalten. Es ist zwar nicht leicht, wenn jemand schnell verletzlich ist. Ich hätte es aber trotzdem so akzeptiert!

 

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