7. Der Berliner Bär

Eines Tages, es muss Mitte Juli gewesen sein, saßen Petra und ich abends allein im Wohnzimmer in Kannawurf. Selbstverständlich ist, dass wir noch keinen Sex miteinander hatten. Ich bin darüber auch heute noch sehr froh; denn unsere Verliebtheit war so jung und rein; da war noch keine Zeit für das, wovon Mädchen schwanger werden können. Sagen wir es so: anständig wie vor hundert Jahren.

Petra hatte ganz gewiss noch keine Erfahrungen und ich auch nicht. Es gibt genug Leute, die darüber lachen würden. Bei solchen geht es immer nur um das Eine.

Wegen einer Kleinigkeit ohne jede Bedeutung für mich, ohne etwas Böses zu wollen oder nur zu ahnen, wandte sich Petra plötzlich von mir ab, setzte sich auf einen Stuhl weit weg, nahm den großen Teddybär, der dort irgendwo lag, in die Arme und schwieg. Der Berliner Bär wurde er in der Familie genannt. Ich sagte dann etwas später, jetzt ist aber gut, warum machst du das, leg den Teddybär wieder weg und komm wieder zu mir und setze dich neben mich. Da ich keine Antwort erhielt, versuchte ich es noch ein paar mal; jedoch ohne Erfolg. Nach fünfzehn oder zwanzig Minuten habe ich dann gesagt, wenn du jetzt damit nicht aufhörst, dann fahre ich nachhause und komme nicht mehr zu dir! Zwanzig Minuten später war ich zuhause. Ich verstand nicht, was passiert war. Erst Jahre später dachte ich darüber ernsthaft nach. Jedenfalls wartete ich damals im Juli 1976 darauf, dass sich Petra bei mir mal meldet und sich dazu äußert; oder wenigstens sagt, dass sie sowas nicht mehr mit mir macht.

 

Dass bestimmte Verhaltensweisen immer einen Grund haben, der mit irgendwas Erlebtem zusammenhängt und dass Petra nur eine Verlegenheit überkam, die sie nicht in Worten ausdrücken konnte, darüber dachte ich nicht nach und von sowas hatte ich auch keine Ahnung. 43 Jahre später bekam ich darüber mehr Erkenntnis. Ich werde das im Kapitel 16 kurz ansprechen.

 

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